TUM Alumni Andreas Talg und Ángela Párraga nach der Teilnahme an einem Laufevent für Firmen.

Nicht nur im Job, sondern auch in der Freizeit sind Andreas Talg und Ángela Párraga ein unschlagbares Team. Das Bild zeigt die TUM Alumni im Münchner Olymipa Park nach der Teilnahme am alljährlichen Firmenlauf B2RUN (Bild: Privat).

Commitment to TUM
Mentoring-Tandem Andreas Talg und Ángela Párraga
„In der Zukunft lernt man virtuell“
25. Mai 2020
Lesezeit ca. Min.
Mit TUM Alumnus Andreas Talg feilte Mentee Ángela Párraga nicht nur an Karriereplanung und Lebenslauf. Gemeinsam mit dem Experten trieb sie auch das virtuelle Lernangebot eines internationalen Konzerns voran.
Andreas Talg und Ángela Párraga teilen eine gemeinsame Passion: Lernen. Acht Stunden pro Woche eignet sich Andreas Talg neues Wissen an, derzeit Programme für Künstliche Intelligenz und zwei neue Fremdsprachen. „Ich bin ein Learnaholic“, sagt er. Auch Ángela Párraga kann nicht aufhören, zu lernen. Deutsch steht gerade auf dem Stundenplan der gebürtigen Kolumbianerin, Italienisch oder Portugiesisch sollen folgen. Dafür nutzen die beiden gerne technologiebasierte, multimediale Lernumgebungen, von der App über interaktive Online-Tutorials bis hin zum Podcast.

Doch nicht nur im privaten Bereich, sondern auch beruflich sind die TUM Alumni Spezialisten im hochaktuellen Feld computergestützter Lehr- und Lernmethoden. „Mithilfe von Technologien wollen wir Bildung immer und überall zugänglich machen“, sagen sie. Im Rahmen ihrer Teilnahme am Programm TUM Mentoring von Alumni für Studierende trieben sie gemeinsam die digitalen Aus- und Fortbildungsangebote von Siemens voran.

Lernerlebnisse

Um sich das Physikstudium an der TUM zu finanzieren, unterrichtete Andreas Talg in den 1990er Jahren an der Siemens Technik Akademie München. „Seither hat mich das Lehren und Lernen nicht mehr losgelassen“, sagt er. Mittlerweile leitet er die globalen IT-Lernplattformen des Unternehmens. „Die Beschäftigung mit Technologien, die das Lernen für mein Unternehmen und meine Kollegen effizienter, effektiver und unterhaltsamer gestalten, steht im Mittelpunkt meiner täglichen Aktivitäten“, sagt er zu seinem Beruf. „Hier ist es mir möglich, an radikal neuen Ansätzen und intelligenten Lernstrategien auf Unternehmens-, Organisations- und Einzelebene mitzuwirken.“

Mithilfe von Technologien wollen wir Bildung immer und überall zugänglich machen.

Angela Párraga und Andreas Talg

Auch Ángela Párraga hatte ein regelrechtes Erweckungserlebnis in Sachen Lernen und Lehre. Nach Abschluss ihres Bachelorstudiums in Bogotá arbeitete sie für das dortige Colegio Fontán Capital, das weltweit führend bei innovativen Bildungsangeboten ist. Lehrer werden dort als Analysten bezeichnet, die ihren Schülern mithilfe einer Online-Plattform personalisierte Studienpläne anbieten. „Die Methode dieser Schule hatte die gewohnten Interaktionen zwischen Lehrern, Schülern und Technologie grundlegend verändert“, sagt sie. „Das brachte mich damals zu dem Gedanken, dass Bildung Technologie nicht nur nutzen, sondern integrieren muss.“

Die Mischung macht’s

Bei aller Begeisterung für die digitale Zukunft der Bildung sind sich Andreas Talg und Ángela Párraga darin einig, dass auch der analoge Bereich seinen berechtigten Platz in den zukünftigen Lern- und Lehrumgebungen weiterhin behaupten wird. Es komme auf die richtige Mischung aus digital Ermöglichtem und aus analog Erprobtem an. „In der Zukunft lernt man virtuell“, sagt Ángela Párraga. „Aber der Mensch ist und bleibt ein soziales Wesen“. Und so ergänzt Andreas Talg: „Man kann im virtuellen Raum wesentlich besser zusammenarbeiten, wenn man sich auch in der realen Welt begegnet ist.“

In der realen Welt kennen sich die beiden seit Mitte 2018. Ángela Párraga hatte sich für das TUM Mentoring von Alumni für Studierende beworben. Dass ihr Mentor dann Andreas Talg wurde, war ein absoluter Glücksgriff. Um die gemeinsame Zeit mit seiner Mentee effizienter nutzen zu können, holte dieser sie kurzerhand als Werkstudentin an den Global Learning Campus von Siemens. Die TUM unterstützte diesen Weg, hatte doch Ángela Párraga hierdurch die einzigartige Chance, ihr Studienwissen noch vor dem Masterabschluss anwendungsorientiert zu vertiefen und sich mit Experten auszutauschen und zu vernetzen.

Im Rahmen von TUM Mentoring, darin sind sich Andreas Talg und Ángela Párraga einig, ist der Lernerfolg auf beiden Seiten garantiert. „Mein Mentor Andreas Talg hat mich in meinem Fachgebiet vorangebracht, hat mir aber genauso bei der Erstellung meines Lebenslaufs und bei meiner Karriereplanung geholfen“, betont Ángela Párraga. „Ich kann nur alle Alumni dazu aufrufen, ihre Zeit zu spendieren“, sagt Andreas Talg. „Denn das ist eine gute Investition in unser aller Zukunft.“

TUM Alumni Andreas Talg und Ángela Párraga.

Andreas Talg und Ángela Párraga (Bild: Privat).

Andreas Talg und Ángela Párraga

Diplom Physik 1997 und Master Research on Teaching and Learning 2019

 

1997 schloss Andreas Talg sein Studium der technischen Physik an der TUM ab. Zuvor hatte er bereits an der Siemens Technik Akademie München Informationstechnologie studiert. 1989 machte er dort seinen Abschluss als Associate Engineer in Information and Computer Systems. Seither besetzte er bei Siemens mehrere Leitungsposten, zunächst im Bereich Chipcard & Security ICs, seit 2001 im Bereich technologiebasiertes Lernen. Vom Elektronischen Lernen, Mikrolernen über Kollaboratives Lernen und Mobiles Lernen bis hin zum 3D-Lernerlebnis mittels Avatar und Künstlicher Intelligenz, die Lerninhalte personalisiert – Andreas Talg kennt jeden digitalen Trend beim Lernen. Seine Freizeit verbringt er gerne mit seiner Familie und mit Freunden oder beim Sport und Wandern in den Bergen.

2010 erhielt Ángela Párraga von der Universidad Distrital Francisco José de Caldas in Bogotá ihre Lehrberechtigung mit einem Schwerpunkt auf Geisteswissenschaften und die kastillische Sprache. Am Colegio Fontán Capital schulte sie das Lehrpersonal im Umgang mit technikgestützten Unterrichtsmethoden. Durch Strategien zur Lehr-Lern-Bewertung konnte sie die Zahl der Schulabbrecher in ihren virtuellen Englisch-Kursen reduzieren. Multimediale und kollaborative Lernumgebungen begeisterten Ángela Párraga so sehr, dass sie sich für einen Master of Education entschied. Mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes ging sie hierfür 2016 nach München an die TUM. Durch ihren TUM Mentor Andreas Talg gelangte sie 2018 als Werkstudentin zu Siemens. Auch nach ihrem Studienabschluss und nach Ende des Mentoring entwickelt sie dort die Lernerfahrungsplattformen des Unternehmens weiter. Mit ihrem Mentor hat sie nach wie vor guten Kontakt. Genauso wie dieser ist auch Ángela Párraga begeisterte Sportlerin.

Vertrauensvoll, offen, freundschaftlich: Bei TUM Mentoring teilen Alumni ihre persönliche Erfahrung und berufliche Expertise mit Studierenden und Promovierenden, stehen für ihre Fragen zur Verfügung und fördern sie individuell in ihrer persönlichen Entwicklung.