
Laurin Waldmann und Finn Rieken kehren für ihr 10-jähriges Mentoring-Jubiläum an den TUM Campus zurück (Foto: TUM)
Der TUM Alumnus arbeitete damals als Manager bei einer Unternehmensberatung und lud seinen Mentee ein, ihn in Frankfurt zu besuchen. „Laurin war ein absoluter Rohdiamant”, erinnert sich Finn Rieken. Laurin Waldmann absolvierte zu dem Zeitpunkt gerade seine ersten Bachelor-Semester in Molekularer Biotechnologie an der TUM. Er schrieb gute Noten, fühlte sich mit Blick auf seine berufliche Zukunft aber etwas verloren. „Finn hat in mir mehr gesehen, als ich mir selbst zugetraut habe”, sagt Laurin Waldmann heute.
Karriere in der Wissenschaft oder in der Industrie? Das Mentoring-Programm zeigt neue berufliche Wege auf
Frankfurt, 2017 also: Laurin Waldmann stand etwas verloren inmitten von Hochhäusern und wartete auf Rieken. „Dann kam Finn mit seinem Anzug vorbeigelaufen und hat mich in sein Büro mitgenommen, ganz nach oben in die zehnte oder zwölfte Etage.” So sah der damalige TUM Student zum ersten Mal eine Unternehmensberatung von innen, lernte Riekens Kollegen kennen und merkte, das könnte etwas sein, das ihm Spaß macht, das ihm auch liegt. „Mir wurde dort ein Weg aufgezeigt, den ich bis dato nicht kannte”, erinnert sich Laurin Waldmann. Zum ersten Mal ging es nicht ausschließlich um Moleküle, Biologie und Chemie, sondern um die Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft – eine Welt außerhalb des Labors. „Für mich war das eine totale Inspiration“, sagt Laurin Waldmann heute. Zusammen mit seinem Mentor entwickelte er eine Vision für seine Zukunft.
Laurin Waldmann bewarb sich daraufhin für Stipendien, studierte über das TUMexchange Program für ein Semester an der Nanyang Technological University in Singapur, machte ein Praktikum bei Boehringer Ingelheim, schrieb seine Masterarbeit an der Harvard Medical School und forschte als Doktorand am TUM Entrepreneurship Research Institute. Die gesamte Zeit hat sein Mentor ihn auf diesem Weg begleitet, am Telefon, per Videocall, so oft es ging auch in persona. „Ohne Finn hätte ich mich das alles wahrscheinlich gar nicht getraut. Er hat mir immer Mut gemacht”, sagt Mentee Laurin Waldmann. „Etwas zurückgeben zu können, ist ein total gutes Gefühl“, sagt Finn Rieken.
Eine Laufzeit, die inspiriert: 10 Jahre TUM Mentoring-Tandem
Und diese Begleitung endete nicht mit dem offiziellen Programm. Zwar ist die Mentoring-Beziehung im Programm TUM Mentoring von Alumni für Studierende in den meisten Fällen auf ein Jahr angelegt – doch viele Tandems führen den Austausch auch darüber hinaus weiter.
Bei Laurin Waldmann und Finn Rieken hat sich daraus jedoch eine außergewöhnlich lange Verbindung entwickelt: Seit inzwischen mehr als zehn Jahren stehen sie im regelmäßigen Kontakt. Aus den Gesprächen über erste Karriereschritte wurde über die Jahre ein kontinuierlicher Dialog: Während Laurin sich vom Studierenden über internationale Stationen bis hin zur Promotion und in die Industrie entwickelte, war Finn für ihn immer wieder ansprechbar – am Telefon, per Videocall oder persönlich.
Auch heute hören Sie sich noch regelmäßig, begleiten die Entwicklungen des jeweils anderen – und denken nicht daran, damit aufzuhören. „Zwanzig Jahre schaffen wir locker“, sagt Laurin Waldmann. Sein Mentor stimmt zu. „Wir verstehen uns einfach gut. Das persönliche Match ist enorm wichtig”, sagt Finn Rieken. Dadurch, sagt er, ist bei beiden über die Jahre Vertrauen in die Beziehung entstanden. Mittlerweile motivieren sie sich gegenseitig, ihre beruflichen Wege weiterzugehen, sich zu entwickeln, nach neuen Herausforderungen zu suchen.

Über den Dächern Frankfurts: Mentee Laurin Waldmann und Mentor Finn Rieken bei ihrem persönlichen Treffen im Jahr 2017 (Foto: privat)
„Ich bin wirklich stolz auf Laurin”
Damals in Frankfurt, 2017, sind Laurin Waldmann und Finn Rieken nach dem Besuch in Riekens Büro noch in eine Bar weitergezogen, haben gequatscht, sich besser kennengelernt. Knapp ein Jahrzehnt später ist Laurin Waldmann nun in die Stadt gezogen, in der alles begann. Vor ein paar Tagen dachte er sich deshalb, dass er der Bar mal einen Besuch abstattet. „Es gibt sie einfach nicht mehr”, erzählt er jetzt seinem Mentor Finn Rieken und grinst. „Unsere Mentoring-Zeit hat sie überlebt.”

TUM Alumni Laurin Waldmann und Finn Rieken (Foto: TUM)
Bachelor Molekulare Biotechnologie 2009, Master 2010
Finn Rieken studierte Molekulare Biotechnologie an der Technischen Universität München und schloss dort sowohl seinen Bachelor als auch seinen Master ab. Anschließend sammelte er praktische Erfahrungen außerhalb der Wissenschaft und war mehrere Jahre im Innovationsmanagement und in der Unternehmensberatung tätig, unter anderem bei Stratley, KPMG, Clariant und goetzpartners. Im Jahr 2025 promovierte er als PHD Candidate an der ETH Zürich im Bereich Innovationsfähigkeit von Organisationen. Heute ist der TUM Alumnus in leitenden Strategie- und Führungspositionen in der Life-Science- und Chemiebranche tätig und arbeitet als Strategy Director bei der GNT Group, wo er zudem dem Executive Team angehört.
Laurin Sebastian Waldmann
Bachelor Molekulare Biotechnologie 2017, Master 2019, Promotion 2026
Laurin Waldmann studierte Molekulare Biotechnologie an der Technischen Universität München und verbrachte während seines Studiums ein Auslandssemester an der Nanyang Technological University in Singapur. Seine Masterarbeit absolvierte der TUM Alumnus im Bereich Mikrobiologie an der Harvard Medical School in Boston. Nach seiner Tätigkeit bei Bristol Myers Squibb kehrte er an die TUM zurück. Dort unterstützte er bei den TUM Venture Labs Ausgründungen im Bereich Life Sciences und forschte als Doktorand am TUM Entrepreneurship Research Institute zu akademischem Unternehmertum. Heute arbeitet Laurin Waldmann als Innovation Readiness Manager bei Eli Lilly and Company.


