Gesellschaftliches Engagement

Mentoringtandem Nora Els und Friederike Ott

„Der Blick von außen hilft enorm“

Mentee Nora Els und Mentorin Friederike Ott haben oft miteinander telefoniert, bevor sie sich zuerst in Innsbruck und dann an der TUM persönlich getroffen haben (Bild: Magdalena Jooß/TUM).
14. Okt 2020  |  
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Mentee Nora Els und Mentorin Friederike Ott haben oft miteinander telefoniert, bevor sie sich zuerst in Innsbruck und dann an der TUM persönlich getroffen haben (Bild: Magdalena Jooß/TUM).

Für ihren Wiedereinstieg nach der Elternzeit wünschte sich TUM Alumna Nora Els Begleitung. In TUM Alumna Friederike Ott hat sie nicht nur die ideale Mentorin gefunden, sondern durch ihre Unterstützung auch eine neue Anstellung.
Schon während der Elternzeit, nach der Geburt ihres ersten Kindes, hat sich TUM Alumna Dr. Nora Els viele Fragen gestellt: Sie war gerade fertig mit der Promotion, hochmotiviert und wollte nach der Karenz wieder direkt einsteigen und in Vollzeit arbeiten. Das war bei ihrem vorherigen Arbeitgeber aber aufgrund der wirtschaftlichen Situation während der Pandemie nicht möglich. Sollte sie sich vielleicht doch selbständig machen und ein Unternehmen gründen?

„Ich wusste, dass ich bald zu arbeiten beginnen möchte und den Weg aus der Uni in die Praxis finden wollte“, erzählt sie. „Aber ich hatte auch schon einige schlechte Erfahrungen mit Bewerbungen gemacht, wenn ich erwähnte, dass ich ein Kind habe.“ Deshalb hat sie sich für das Programm TUM Mentoring Professional beworben, bei dem Alumni andere Alumni als Sparringspartner unterstützen und mit Rat und ihrer Erfahrung zur Seite stehen. Ein Glücksgriff, wie Nora Els findet, denn sie wurde mit TUM Alumna Friederike Ott in Kontakt gebracht, die ihr sofort tatkräftig zur Seite stand.

Meiner Mentorin gelingt es, mich immer an meinem Problem und Standort abzuholen und mit einem Blick von außen Perspektiven aufzuzeigen, die ich selbst in der Situation manchmal nicht sehe. 

NORA ELS

Friederike Ott hat sich selbst beruflich immer wieder verändert, etwa alle fünf Jahre bekam sie neue Aufgabengebiete zugewiesen: „Die damit verbundene Freiheit des Geistes und der Gestaltungsspielraum war sicher bedeutsam“, sagt sie heute. Seit 1985 hatte sie verschiedene Leitungspositionen inne und sich dann 2016 selbständig gemacht. Seither arbeitet sie als freiberufliche Trainerin und Coach und kennt die Fragen, mit denen sich Nora Els beschäftigt, deshalb nicht nur aus ihrer eigenen Erfahrung. Und sie gibt ihr Wissen gerne weiter – auch im TUM Alumni Netzwerk.

„Sie half mir, meine Anschreiben und mein Auftreten im Bewerbungsprozess selbstbewusster zu gestalten“, sagt sie. Sie habe sie dabei unterstützt, „meine Rolle in komplexen Situationen und Konversationen zu analysieren und Lösungswege aufzuzeigen“. Gerade der Blick von außen helfe enorm ebenso wie die aufgezeigten Perspektiven, „die ich selbst in der Situation manchmal nicht sehe.“ Und so hat sich binnen weniger Wochen eine neue Anstellung beim Klimabündnis Tirol für Nora Els ergeben.

Bild: Magdalena Jooss/TUM

Begeistert und gefreut hat mich die Offenheit und das Vertrauen meiner Mentee. 

Friederike Ott

Seit März 2020 haben sie mehrfach miteinander telefoniert und, als das Reisen nach Corona wieder möglich war, sich auch recht bald in Innsbruck persönlich getroffen. Und die Begleitung geht auch nach der erfolgreichen Jobsuche weiter: „Es ist sehr schön zu wissen, dass ich sie immer fragen kann, wenn ich in einer Entscheidung unsicher bin.“ Entscheiden und handeln müsse sie zwar selbst, aber „ihr erfahrener, neutraler Blick ist unglaublich wertvoll“, sagt Nora Els. „Ich hätte nie gedacht, dass ich bei einem Mentoring so viel lernen kann und würde es jedem empfehlen.“

Hier erfahren Sie mehr zum Programm TUM Mentoring Professional.

Nora Els und Friederike Ott

Nora Els und Friederike Ott (Foto: Magdalena Jooß/TUM)

Dr. Nora Els und Friederike Ott

Master Umweltplanung und Ingenieurökologie 2016 und Diplom Ökotrophologie 1977

Dr. Nora Els

Nora Els hat zunächst an der Universität Tübingen Geoökologie studiert, bevor sie für ihren Master im Fach Ingenieurökologie an die TUM kam. Es folgte die Promotion in Biologie an der Universität Innsbruck und eine Weiterbildung in Betrieblichem Umweltmanagement und Umweltökonomie. Nach ihrer Elternzeit und einem Praktikum bei SOS Kinderdorf International in Innsbruck ist sie nun beim Klimabündnis Tirol tätig und begleitet Betriebe, die nachhaltiger werden möchten, auf ihrem Weg.

An der TUM hat sie vor allem die interdisziplinäre Lehre und den Einblick in ganz unterschiedliche Fachrichtungen, deren Themen und Vokabular genossen: „Heute bin ich sehr dankbar dafür, dass ich mich in verschiedene Interessengebiete vertiefen und alles, was ich wollte, einmal ausprobieren konnte.“

Friederike Ott

Friederike Ott hat an der TUM in Weihenstephan Ökotrophologie studiert, die Lehramtsprüfung gemacht und 2000 noch einen Abschluss im Fach Erwachsenenpädagogik an der Philosophischen Hochschule München erworben. Sie war stellvertretende Leiterin des Referats Ernährungs- und Hauswirtschaftsberatung am Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Abteilungsleiterin am Amt für Landwirtschaft und Ernährung Augsburg und stellvertretende Leiterin der Akademie für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in München.

2017 hat sie die Festschrift zum 50. Jubiläum des Lehrgangs für Verwaltungsführung der Bayerischen Staatskanzlei verantwortet. Seit 2016 ist sie als freiberufliche Trainerin und Coach tätig. Die Zeit des Lockdowns hat Friederike Ott genutzt, um auszusortieren, darunter auch ihre Studienunterlagen. Es war eine Semesterarbeit aus dem Jahr 1976 dabei, auf Thermopapier kopiert, mit Skizzen von Hand und durch die Zeit schon braun gefärbt: „Wenn ich an meine Studienzeit denke, so frage ich mich manchmal, wie wir das alles schaffen konnten, so ohne Internet und Digitalisierung.“