Alumni gründen
Gründer Thomas Grübler
„Ich möchte die Welt nachhaltig verbessern“
Das Gründerteam von OroraTech (v.r.n.l.): TUM Alumni Thomas Grübler, Florian Mauracher und Rupert Amann sowie Björn Stoffers.
03. Mai 2022  |  
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2018 gründeten die TUM Alumni Thomas Grübler, Florian Mauracher und Rupert Amann gemeinsam mit Björn Stoffers (v.r.n.l.) das Start-up OroraTech. Sie sind damit die ersten Anbieter von globalen Echtzeit-Infrarot-Satellitendaten (Bild: OroraTech).

Schon als Jugendlicher bastelte TUM Alumnus Thomas Grübler an fußballspielenden Robotern, designte Webseiten und veröffentlichte eigene Apps. Während des Studiums an der TUM entdeckte er seine Begeisterung für den Weltraum. Heute baut sein Start-up Satelliten, die Waldbrände aufspüren können.
Thomas Grüblers Herz schlug schon immer für die Elektrotechnik. Die Matura absolvierte er an der Höheren Technischen Bundeslehranstalt (HTL) für Mechatronik in Klagenfurt.  In seiner österreichischen Heimatstadt Villach arbeitete er bei Infineon Technologies. Für das Studium der Elektrotechnik und Informationstechnik zog Thomas Grübler nach München. „Meine Recherche ergab, dass die TUM die beste Universität ist“, sagt er. „Sowohl das Verhältnis von Budget pro Student als auch das von Mitarbeiter pro Student stimmt hier.“

Die TUM hielt, was sie versprach. In zwei Raumfahrtprojekte wurde Thomas Grübler maßgeblich eingebunden. Seine Abschlussarbeiten konnte er über die dort durchgeführten Experimente schreiben. Am Lehrstuhl für Messsystem- und Sensortechnik nahm er als Bachelorstudent am Programm REXUS (Rocket Experiments for University Students) teil. Als Masterstudent lernte er den ehemaligen Astronauten und Inhaber des Lehrstuhls für Raumfahrttechnik Prof. Dr. Ulrich Walter kennen. Unter dessen Leitung tüftelte Thomas Grübler in der studentischen Arbeitsgruppe WARR an Kleinsatelliten. Ihm wurde klar, dass er diese sogenannten CubeSats nicht nur für die Forschung bauen kann. Er wollte sie mit seinem eigenen Start-up weiterentwickeln. „So fand ich meinen Weg“, sagt er. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“

OHNE LIMIT

Schon als Jugendlicher schnupperte Thomas Grübler Unternehmerluft. Als Selbstständiger designte er Webseiten, bot IT-Lösungen an und veröffentlichte eigene Apps. „Ich wusste damals nur nicht, dass es Venture Capital und eigentlich kein Limit an Zielen gibt“, erinnert er sich. „Erst an der TUM lernte ich, dass man auch etwas wirklich Großes gründen kann.“ Schon im zweiten Semester besuchte Thomas Grübler die Vorlesung Innovative Unternehmer. 2014 wurde er gemeinsam mit neunzehn weiteren besonders engagierten und unternehmerisch denkenden Studierenden für das Manage&More Programm ausgewählt.

An der TUM lernte ich, dass man wirklich etwas Großes gründen kann.

Thomas Grübler

Durch die Angebote der UnternehmerTUM konnte Thomas Grübler hautnah TUM Alumni kennenlernen, die ihren Traum vom Gründen bereits wahr gemacht hatten. Beim Robotik-Start-up Magazino absolvierte er ein Praktikum. Beim TUM Spin-off fos4X arbeitete er als Werkstudent. „Noch immer bin ich richtig froh über das Netzwerk, das ich an der TUM aufbauen konnte“, sagt er. „Erst kürzlich waren wir über die UnternehmerTUM Manage&More Alumni Community gemeinsam Skifahren und unterhielten uns über die Challenges und Erfolge in unseren Unternehmen.“

DIE BERUFUNG GEFUNDEN

Gegründet hat Thomas Grübler sein Unternehmen OroraTech 2018 gemeinsam mit den TUM Alumni Florian Mauracher (Master Informatik 2019) und Rupert Amann (Bachelor Elektrotechnik und Informationstechnik 2016, Master 2019) sowie mit Björn Stoffers. Mit Gründungsberatung, Unterstützung durch das Programm Initiative for Industrial Innovators, durch Büro-und Laborräumlichkeiten, durch Marketing und das breite Netzwerk standen ihnen TUM und UnternehmerTUM zur Seite.

Zwar wussten die vier Gründer, dass sie sehr kosteneffizient eine große Anzahl an Satelliten ins All befördern und damit eine rießige Menge an noch nicht vorhandenen Wärmebildern erhalten können. Zunächst wussten sie allerdings noch nicht, für welchen der viele Anwendungsfälle sie dieses Potential einsetzen sollten. Viele Kundengespräche und die Erfahrungen, die Thomas Grübler bei der Freiwilligen Feuerwehr und beim Zivildienst im Bezirksfeuerwehrkommando in Villach gemacht hatte, gaben schließlich die Richtung vor: Das Gründerteam wollte sich auf die Früherkennung von Waldbränden spezialisieren.

HOCH HINAUS

Heute nutzen Kunden weltweit das globale Frühwarnsystem von OroraTech, darunter Feuerwehren und Behörden in Kanada und Australien, Waldbesitzer in Chile und Brasilien sowie Versicherungen und NGOs. Die App des Start-ups greift auf Satellitenbilder zurück. Dadurch können Wald- und Buschbrände sowie illegale Brandrodungen schneller als durch Menschen vor Ort, Flugzeuge oder Drohnen erkannt und gezielter bekämpft werden. Im Januar 2022 schickte OroraTech einen ersten Kleinsatelliten ins All.

Für Ende 2023 ist schon die nächste Mission angesetzt. Dann planen Thomas Grübler und seine Mitgründer den Start der ersten Konstellation an Nanosatelliten. Durch diesen Verbund an Kleinsatelliten erhoffen sie sich, Waldbrände in noch kürzerer Zeit entdecken und hochauflösende Wärmebilder der Erde täglich zur Verfügung stellen zu können. 2026 soll dies im Stundentakt möglich sein. „Es macht richtig Laune, die Chance zu haben, etwas Großes bewirken zu können“, sagt Thomas Grübler. „Ich möchte die Welt nachhaltig verbessern.“

TUM Alumnus Thomas Grübler.

Thomas Grübler (Bild: OroraTech).

Thomas Grübler

Bachelor Elektrotechnik und Informationstechnik 2016, Master 2017

 

Nach Abschluss des Masterstudiums Elektrotechnik und Informationstechnik an der TUM gründete er gemeinsam mit den TUM Alumni Florian Mauracher und Rupert Amann sowie mit Björn Stoffers das Start-up OroraTech. Damit machte er sein Hobby zum Beruf. 2019 wurde er von Forbes in die Liste der 30 under 30 gewählt und 2021 von Capital zu den Top 40 unter 40 – Junge Elite. In seiner Freizeit findet man Thomas Grübler in den Bergen, auf Tourenskiern, beim Wandern, auf dem Rennrad oder auf dem Mountainbike.