
Mit ihrer eigenen Beratungsfirma berät TUM Alumna Dr. Sindi Haxhija EU-weit internationale Institutionen zu Fragen der Mobilitätsgerechtigkeit und Energiewende, so etwa als Thematic Partnership Officer bei der Urban Agenda for the EU. Das Bild zeigt sie vor dem Berlaymont-Gebäude, dem Sitz der Europäischen Kommission in Brüssel (Bild: Privat).
Schon in ihrer Studienzeit arbeitete Sindi Haxhija im Bereich Stadtplanung an anspruchsvollen Projekten mit und konzipierte die Ziele für die nachhaltige Entwicklung der albanischen Gemeinde Shkodra. In der Folgezeit wurde sie Mitglied eines gemeinnützigen Thinktanks in Den Haag, der EU-weite Forschungsprojekte zur Stadtentwicklung und Energiewende durchführt.
Wichtiger Wendepunkt
Nach Abschluss ihres doppelten Masters wollte Sindi Haxhija promovieren. „Ich war auf der Suche nach einem Doktorandenprogramm, bei dem ich nicht nur als Studentin betrachtet wurde“, betont sie. „Ich wollte weiterhin an Projekten mitwirken und mir gleichzeitig ein eigenes berufliches Profil aufbauen.“ Ihre Promotion in Engineering and Design an der TUM machte das möglich.
Ihre eigene Forschung sowie ihre Erfahrungen in der Wissenschaft und als Stadtplanerin führten Sindi Haxhija immer wieder vor Augen, dass sich strukturelle Ungleichheiten in Forschung und Politik oft darin zeigen, wer Probleme definiert, wessen Wissen als legitim oder wertvoller angesehen und wer in Entscheidungsprozesse einbezogen wird. Insbesondere in der Mobilitäts- und Stadtentwicklungsforschung konnte sie große Unterschiede beobachten zwischen den Menschen, die am stärksten von Verkehrs- und Stadtpolitik betroffen sind – oft einkommensschwache Gruppen, Migranten, Frauen –, und denen, die Forschungsagenden oder politische Prioritäten gestalten.
„Diese Ungleichheiten werden durch Finanzierungsstrukturen, disziplinäre Silos und institutionelle Kulturen stets aufs Neue reproduziert“, sagt sie. „Ein wichtiger Wendepunkt in meiner Forschungsausrichtung war die Entscheidung, mich nicht nur auf Planung und Infrastruktur aus technischer Sicht zu konzentrieren, sondern auch auf die sozialen und politischen Dimensionen der Mobilität.“
„Das Promotionsstudium an der TUM war genau das, wonach ich gesucht hatte: ein Programm, das wissenschaftliche Arbeit mit realen Projekten verbindet.“
2025 schloss Sindi Haxhija ihre Promotion an der TUM mit Auszeichnung ab. „Das Promotionsstudium an der TUM war genau das, wonach ich gesucht hatte: ein Programm, das wissenschaftliche Arbeit mit realen Projekten verbindet“, sagt sie. „Als Universität mit einem ausgezeichneten Ruf auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene verfügt die TUM über die Glaubwürdigkeit, die Netzwerke und die Forschungskapazitäten, um Mobilitäts-Politik und -Praxis weit über Bayern hinaus zu beeinflussen.“
Auf die eigenen Bedürfnisse ausgerichtet
Neben ihrer Leidenschaft für die Stadtplanung sind für Sindi Haxhija in ihrem Leben zwei Dinge wichtig, die sie antreiben und ihre beruflichen Entscheidungen beeinflussen: Sie möchte genügend Zeit haben, um für ihre Familie in Deutschland und in Albanien da zu sein, und sie möchte die Freiheit haben, jederzeit umziehen zu können. So stand für sie nach der Promotion fest, dass ihr Weg sie in die Freiberuflichkeit führen würde.
Seit über einem Jahr arbeitet sie nun schon mit ihrer eigenen Beratungsfirma als externe Expertin für mehrere Projekte – auch gemeinsam mit früheren TUM Kollegen, die ihr mittlerweile wichtige Kooperationspartner geworden sind. So ist sie etwa seit 2024 als Thematic Partnership Officer bei der Urban Agenda for the EU der European Urban Initiative beteiligt. Im Rahmen der Städteagenda für die EU bringt sie Interessengruppen an einen Tisch und zeichnet für eine Partnerschaft zur Dekarbonisierung von Gebäuden verantwortlich.
Vorbildfunktion
Sindi Haxhija ist eine Alumna, die wissenschaftliche Exzellenz, europäische Politikgestaltung und gelebtes Empowerment miteinander verbindet. Die akademischen und beruflichen Erfahrungen, die sie in Albanien, den Niederlanden, Schweden und Deutschland sammeln konnte, halfen ihr dabei zu verstehen, wie unterschiedliche Planungssysteme Ungleichheit und Chancen prägen. „Der Wechsel zwischen diesen Kontexten machte mich als Stadtplanerin einfühlsamer“, sagt sie.
„Der Wechsel zwischen den Kontexten machte mich als Stadtplanerin einfühlsamer.“
In ihrem Beitrag zu den diesjährigen Women of TUM Talks „Closing the Gap – Stories of Choice, Challenge, and Change“ am 17. März 2026 zeichnet Sindi Haxhija anhand ihrer eigenen Karriere nach, wie Entscheidungen, Herausforderungen und strukturelle Bedingungen den beruflichen Weg formen. Sie bringt eine klare Perspektive darauf mit, wie man Ungleichheiten sichtbar macht, Barrieren adressiert und Veränderungspolitiken in die Praxis umsetzt. Ihre Geschichte inspiriert durch Internationalität, Expertise in nachhaltiger Stadtentwicklung, Teilhabe-orientierter Mobilitätsforschung und ihr Engagement für gerechte und zukunftsfähige urbane Räume. „Das ist meine große Leidenschaft“, sagt sie. „Ich werde nie müde davon oder davon, was ich dabei lernen kann.“

Dr. Sindi Haxhija (Bild: Privat).
Promotion Engineering and Design 2025
Sindi Haxhija hält einen integrierten Bachelor- und Masterabschluss in Stadtplanung von der Polis University in Albanien sowie, ermöglicht durch ein Erasmus-Mundus-Stipendium, einen doppelten Master-Abschluss der Radboud University in Nimwegen, Niederlande und dem Blekinge Institute of Technology in Karlskrona, Schweden. Von 2022 bis 2025 promovierte sie in Engineering and Design an der TUM.
Mit ihrer eigenen Beratungsfirma berät sie EU-weit internationale Institutionen zu Fragen der Mobilitätsgerechtigkeit und Energiewende. So etwa seit 2024 als Thematic Partnership Officer bei der Urban Agenda for the EU im Rahmen der European Urban Initiative. Als gebürtige Albanerin möchte sie auch in Zukunft an Stadtentwicklungsprojekten in ihrem Heimatland mitarbeiten, um die Dekarbonisierung voranzutreiben und gleichzeitig sicherzustellen, dass der Übergang allen Einwohnern zugutekommt, anstatt bestehende Ungleichheiten zu vertiefen.
Sindi Haxhija lebt gemeinsam mit ihrem Ehemann in München. In ihrer Freizeit kocht und reist sie gerne oder genießt das kulturelle Angebot der bayerischen Landeshauptstadt.


