TUM Alumna Isa Held.

TUM Alumna Isa Held vor ihrem „Einsatzfahrzeug“. Als Hubschrauberpilotin in der Bundespolizeifliegerstaffel Oberschleißheim wächst sie jeden Tag über sich selbst hinaus (Bild: Privat).

Junge Talente
Polizeihubschrauberpilotin Isa Held
„Dieser Job ist viel zu schön, um ihn den Männern zu überlassen“
20. Feb. 2026  |  
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Vom Hörsaal in den Himmel: Das analytische Denken, die technische Neugier und die Fähigkeit, komplexe Systeme zu verstehen, lernte TUM Alumna Isa Held an der TUM. Diese Fähigkeiten braucht sie heute in ihrem Berufsalltag als Pilotin bei der Bundespolizei.
Als Schülerin flog Isa Held in Kanada in einem Wasserflugzeug mit. Zu sehen, wie die Sonne vor den Rocky Mountains den Pazifik zum Glitzern bringt, und zwischen den Hochhausfassaden auf dem Wasser zu landen, löste in ihr eine tiefe Faszination und Liebe für das Fliegen aus. „Zurück in Deutschland bin ich gleich zum nächsten Segelflugplatz marschiert und habe meine Segelfluglizenz gemacht“, erinnert sie sich. „Seitdem hat mich die Luftfahrt nicht mehr losgelassen.“

Die eigenen Stärken erkennen

2016 zog Isa Held für ihr Masterstudium in Maschinenwesen an der TUM nach München. „Ich liebe die Berge und war neugierig auf die Millionenstadt“, sagt sie. „Aber vor allem sagten mir die Luft- und Raumfahrt- sowie die Managementvorlesungen an der TUM sehr zu.“ Während ihres Studiums nahm sie so viele Erfahrungen wie möglich mit, ob bei den breitgefächerten Vorlesungen und Vorträgen, der Teilnahme an verschiedenen Hochschulgruppen oder dem Besuch von Industrieveranstaltungen und Nebenjobs.

Isa Held liebt die bayerischen Berge – ob auf Skiern oder vom Cockpit aus (Bild: Privat).

Meine Intuition sagte mir, dass sich dieser Weg lohnen wird.

Isa Held

2018 gewann Isa Held mit weiteren TUM Alumni die DLR/NASA-Design Challenge mit einen Konzeptentwurf zum Flugzeug der Zukunft. Über die studentische Community der TUM hatte sich hierbei das TUM-Team freiwillig zusammengefunden, um am Wettbewerb teilzunehmen. Es wurde vom Lehrstuhl für Luftfahrtsysteme unterstützt und betreut und durfte sein Flugzeugkonzept in Washington einem Fachpublikum der NASA vorstellen.

Durch ihr Studium an der TUM lernte Isa Held Eigeninitiative, Resilienz und was sie beruflich machen möchte. „Je mehr Eindrücke ich sammelte, desto besser wusste ich, wo meine Stärken und Schwächen liegen und was zu mir passt“, sagt sie. „Als ich 2020 meinen Master abschloss, hatte ich noch mehr Lust auf Technik und vor allem auf das Fliegen.“

Die Komfortzone wächst mit

Nach ihrem Studium wurde Isa Held auf eine Ausschreibung der Bundespolizei aufmerksam. Im sogenannten „Pilotprojekt“ können sich Interessierte zeitgleich für das Polizeistudium und den Flugdienst der Bundespolizei bewerben und so eine Direktzusage für die fliegerische Ausbildung nach Abschluss des Studiums erhalten. Das war Isa Helds Chance. Im Auswahlverfahren wurde sie prompt angenommen. Doch die Ausbildung hatte es in sich. Sie war sehr fordernd, das Tempo extrem hoch – und das bei bundesweiten Einsätzen. „Der Lehrgang war so konzipiert, dass er die Teilnehmenden kontinuierlich forderte und regelmäßig an ihre Leistungsgrenzen heranführte“, sagt sie. „Aber meine Intuition sagte mir, dass sich dieser Weg lohnen wird.“ Nach fünf Jahren Ausbildung ist Isa Held heute Polizeikommissarin mit Berufspilotenlizenz – und hat ihr Hobby zum Beruf gemacht.

Aktuell ist Isa Held Einsatzpilotin in der Bundespolizeifliegerstaffel Oberschleißheim. Ihr Arbeitsalltag im „Streifenwagen der Lüfte“ ist fliegerisch spannend, abwechslungsreich – und vor allem sinnstiftend. Nie weiß sie, was sie erwartet, wenn sie zum Dienst erscheint. Mal sind es Überwachungsflüge über Schnellfahrstrecken der Deutschen Bahn, um sicherzustellen, dass keine Gegenstände auf den Gleisen den Verkehr gefährden. Mal sind es unvorhergesehene Soforteinsätze nach einem Sturm, einem Waldbrand, bei der Suche nach einer vermissten oder schwerstverletzten Person mit der Wärmebildkamera. „Man muss sehr flexibel sein“, sagt sie. „Ich fahre jeden Tag mit einem Gefühl von Freude und Dankbarkeit zur Arbeit und habe die Entscheidung noch keine Minute bereut. Wenn ich am Ende des Tages jemandem helfen konnte und etwas Sinnvolles getan habe, dann ist das ein tolles Gefühl.“

Bestens vorbereitet

Nicht nur ihre Leidenschaft für das Fliegen, sondern auch für Technik prägt Isa Helds Alltag im Flugdienst. Im Cockpit kann sie auf ihr solides technisches und naturwissenschaftliches Wissen zurückgreifen, das ihr die TUM mit auf den Weg gegeben hat. Nicht jedes Notverfahren läuft lehrbuchmäßig ab, manche Fehlerbilder sind diffus – in solchen Situationen hilft Isa Held ihr gutes Verständnis für die Systeme und die Technik dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Isa Held erinnert sich auch an ein sehr bereicherndes Gespräch mit TUM-Professor Dr. Manfred Hajek, dem ehemaligen Leiter des EADS-Stiftungslehrstuhls für Hubschraubertechnologie an der TUM, das sie mit ihm bei einer gemeinsamen Runde im Flugsimulator führte. Schon damals hatte er ihr gesagt, wie gut ein wissenschaftlicher Hintergrund und die Liebe zum Fliegen Hand in Hand gehen können.

Immer höher hinaus – und immer geerdeter

Neben ihrer Haupttätigkeit als Einsatzpilotin ist Isa Held in der Fliegerstaffel Oberschleißheim stellvertretende Drohnenbeauftragte. Auch fliegerisch lernt sie nie aus. Jeder Flug bringt sie weiter und es gibt noch zahlreiche Berechtigungen und Qualifikationen, die sie als Pilotin erreichen möchte. Hierzu gehören Windeneinsätze, der Rettungsdienst mit den Zivilschutzhubschraubern des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und die Berechtigung die Super Puma, den größten Transporthubschrauber der Bundespolizei, fliegen zu dürfen.

Isa Helds Alltag zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig, verantwortungsvoll und technisch anspruchsvoll der Beruf der Hubschrauberpilotin bei der Bundespolizei ist – und wie stark er ihre persönliche Weiterentwicklung förderte. Ihr Job hat sie bis in ihr Privatleben hinein positiv verändert. Mit jedem Flug und mit jeder Herausforderung im Cockpit wächst auch ihre Komfortzone, wächst sie über sich selbst hinaus und spürt ihre zunehmende Souveränität. Sie findet es schade, dass sie als Frau in der Männerdomäne Cockpit immer noch als Ausnahmeerscheinung gilt. „Dieser Job ist viel zu schön, um ihn nur den Männern zu überlassen“, sagt sie und möchte Frauen mit ihrem Karriereweg inspirieren. „Ihr könnt das!“

TUM Alumna Isa Held.

Isa Held (Bild: Privat).

Isa Held

Master Maschinenwesen 2020

 

Nach dem Abitur im südhessischen Bensheim absolvierte Isa Held 2016 ihre Bachelor im Allgemeinen Maschinenbau am Karlsruher Institut für Technologie. 2020 folgte der Master in Maschinenwesen an der TUM.

In den Jahren 2020 bis 2024 absolvierte sie das Polizeistudium, das sie als Diplom-Verwaltungswirtin und mit der Ernennung zur Polizeikommissarin im gehobenen Dienst abschloss, und ließ sich an der Luftfahrerschule für den Polizeidienst zur Hubschrauberpilotin ausbilden. Seit 2024 ist sie Einsatzpilotin und stellvertretende Drohnenbeauftragte in der Bundespolizeifliegerstaffel Oberschleißheim. Wenn Isa Held nicht im Cockpit sitzt, fährt sie gerne Ski und engagiert sich als Übungsleiterin bei Ski Alpin.