
TUM Alumnus Florian Weber schaut immer wieder gerne am TUM Campus im Olympiapark vorbei. Vor 25 Jahren legte er hier sein Diplom im Fach Sportwissenschaft ab und feiert 2026 sein Silbernes Diplomjubiläum. Heute ist er vor allem Musiker und Schlagzeuger der Band Sportfreunde Stiller (Foto: Martina Bogdahn/TUM).
Sport und Musik
Was zuerst da gewesen sei: der Sport oder die Musik? „Sport, immer der Sport“, sagt der TUM Alumnus. Bereits im Alter von zwei Jahren fing der Schrobenhausener im Turnverein an. Das war auch ein Glücksgriff für sein späteres Studium an der TUM, denn am Geräteturnen seien einige seiner Kommilitonen gescheitert. Außerdem stand in seiner Kindheit und Jugend auf dem Programm: Schwimmen, Fußball, Basketball und Tennis. „Ich bin wirklich vom Fußballplatz rüber in die Basketballhalle“, erinnert er sich. Überall war er erfolgreich: hier oberbayerischer Meister im Schwimmen, da Dritter bei den Bayerischen Basketball-Meisterschaften. Die Musik kam zwar schnell mit hinzu: Als Sechsjähriger lernte er auf den Wunsch seiner Mutter Klavier, mit neun wechselte er ans Schlagzeug. Und doch passierte das Musizieren noch eher im Hintergrund.
Sport oder Kunst?
„Am Gymnasium waren mir Kunst und Sport wichtig, in diesen Fächern war ich stark“, erzählt er im Interview. Nach dem Abitur bewarb er sich zunächst an der Kunsthochschule und entschied sich dann für das Studium an der TUM, was ihm auch ein Sportlehrer schon früh geraten habe: „Flo, du musst Sport studieren, das ist dein Ding. Dort lernst du Freunde fürs Leben kennen“, zitiert Florian Weber und fügt mit dem wissenden Lächeln im Gesicht der gemachten Erfahrung an: „Und so ist es gewesen.“
„Meine Musikkarriere habe ich quasi dem Sportstudium hier an der TUM zu verdanken“
Die Anfänge der Sportfreunde Stiller
Auf der sportwissenschaftlichen Winter-Exkursion in Bruneck hatte Peter Brugger Musik von den Smashing Pumpkins dabei, diese Geschichte erzählen die beiden gerne und oft: Wie sie im Pensionszimmer lagen, Musik hörten, den gleichen Musikgeschmack feststellten und voneinander erfuhren, beide auch Schlagzeuger zu sein. „Zehn Minuten später war die Idee im Raum, wir könnten einmal gemeinsam Musik machen – der Rest ist Geschichte.“ Sie suchten sich einen Bassisten und nannten ihre Band „Stiller“ – nach ihrem ehemaligen Fußballtrainer Hans Stiller aus Germering. Als eine gleichnamige Hamburger Band die Rechte am Namen geltend machte, änderten sie den Bandnamen in „Sportfreunde Stiller“ – eine Anspielung auf ihre Sportbegeisterung und Freundschaft, beides prägende Elemente ihrer gemeinsamen Geschichte, – und zugleich eine Beibehaltung des Namens ihres Trainers.
Es dauerte aber noch ein Weilchen, bis der Banderfolg so richtig an Fahrt aufnahm. Zunächst stand das Studium im Vordergrund, an eine Musikerkarriere dachte Florian Weber erst einmal nicht. Im Hauptstudium spezialisierte er sich auf den Bereich Prävention und Rehabilition; „mit Leistungssportlern zu arbeiten“, das hätte er sich gut vorstellen können. Als die Band dann immer erfolgreicher wurde, änderten sich die beruflichen Vorstellungen: Er erinnert sich, wie er an einem Abend mit einem 1.000-Mark-Schein in der Hosentasche nach Hause ging und erstmals der Gedanke aufkam, dass vielleicht auch die Musik die wirtschaftliche Einnahmequelle werden könnte – ohne jedoch schon zu ahnen, dass „die Band einmal so groß“ werden würde.
Ziel Diplomabschluss
Sie nahmen ihr Studium ernst – und „geschenkt wurde uns hier nichts“, wie Florian Weber betont. Vormittags im Seminarraum, nachmittags Trainingsstunden der Sportpraxis, am Abend beim Proben auf der Bühne oder im Studio in Spanien. Für einzelne Seminarstunden flogen sie zurück nach Deutschland, und verpassten doch immer wieder Kurse, die sie dann nachholen mussten. Peter Brugger wechselte schließlich ins Lehramtstudium an die LMU und konzentrierte sich dann ausschließlich auf die Band. Florian Weber hielt am Diplomabschluss fest: „Mir war immer klar: Ich will das Studium beenden und meinem Vater Danke sagen für das Ermöglichen des Studiums.“

Aktuell feiert die Band Sportfreunde Stiller ihr 30-jähriges Jubiläum und hat gerade ihr neuntes Album, „Happy Birthday!“, veröffentlicht. TUM Alumnus Florian Weber ist seit Beginn deren Schlagzeuger und liebt vor allem das immer wieder Neue und Kraftvolle des kreativen Prozesses (Foto: Ingo Pertramer/Sportfreunde Stiller).
„Ich würde jederzeit wieder Sport an der TUM studieren.“
Würde das Studium heute noch genauso wie damals ablaufen, überlegt er, würde er sich sofort erneut an der TUM einschreiben: „Das war die beste Entscheidung, hier Sport zu studieren“, sagt er und erklärt: „Im Sportstudium entsteht eine enge Verbundenheit zwischen den Leuten durch die Praxisstunden oder gemeinsame Exkursionen. Bei Sportarten wie Rudern oder Klettern muss man sich sehr aufeinander verlassen können, das schafft Vertrauen und ist schon, ja, einfach unvergesslich.“
Gemeinschaft und Vertrauen
Wieder kommt Florian Weber auf das Miteinander zu sprechen – im Sport wie in der Musik. „Das Zwischenmenschliche steht in jedem Text bei uns, überall“, sagt er. In der Gemeinschaft, unter Leuten fühlt er sich wohl: In Familie und Freundeskreis, bei intensiven Gesprächen, die in ausgelassener Stimmung passieren können. „Es ist so wichtig, wenn man sich im Freundeskreis aufeinander verlassen und wirklich alles zulassen kann.“ Das ist auch das Besondere, was die Sportfreunde Stiller ausmacht, dass sie trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere das Miteinander feiern, gemeinsam und gerne auch einmal auf unkonventionellen Wegen die Bühnen erobern, aber auch offen miteinander und frühzeitig ansprechen, wenn etwas nicht passt. Das hätten sie vor allem während ihrer langen Bandpause zwischen 2017 und 2020 gelernt.
Die 30-jährige Geschichte der Band zeigt, dass sie die Erholungspausen immer wieder brauchten: erst Vollgas, dann abbremsen, dann Beschleunigung. Florian Weber zieht die Analogie zum Sport: „Das ist eigentlich das Prinzip der Superkompensation. Erst Reizsetzung, dann Pause, dann weiter. Dadurch kannst du dich immer verbessern, brauchst aber auch manchmal die komplette Erholung.“ Denn so leidenschaftlich alle drei ihre Musik machen, sie ist doch durchaus auch Arbeit, die sie mit viel Intensität betreiben.
Musik machen, malen, Romane schreiben
„Ja, es ist Aufwand auf alle Fälle, aber es ist Leidenschaft“ sagt der TUM Alumnus. Er schaue mit großer Zufriedenheit auf sein Leben: „Ich darf mit meiner Leidenschaft Geld verdienen“ und dadurch auch andere Hobbys ausleben. Neben dem Sport gehören dazu das Malen, viel Lesen und das Schreiben – nicht nur von Liedtexten: Der Musiker hat bereits drei Romane veröffentlicht. Alles Leidenschaft, wie er sagt, „die freie Auseinandersetzung mit der Kunst, weil ich selbst bestimmen kann, über was ich singe und über was ich schreibe“. Das wisse er zu schätzen und ist dankbar für das „sehr freiheitliche Leben, das ich erlebe“.
Für die nächsten Jahre wünscht er, „dass sie alle körperlich so fit bleiben, dass wir weiterhin Konzerte spielen können“. Das ist für ihn das Essentielle am Musikmachen: „Mit den Leuten in Kontakt treten, Musik in einer riesigen Umarmung spielen, das merken wir bei jedem Konzert. Egal, ob wir vor 200 Leuten stehen oder 20.000, das ist das A und O.“ Die Menschen sollen sich treffen, im besten Sinne feiern und sich austauschen: „Rausgehen und sich zusammentun. Darum geht’s.“ Gerne noch weitere 30 Jahre – mindestens.

Beim DOK.fest 2026 feierten die Sportfreunde Stiller die Weltpremiere des Dokumentarfilms „Sportfreunde Stiller – Mit dem Herz in der Hand“ von Thorsten Berrar. Der Film ist in der ARD Mediathek zu sehen und zeigt TUM Alumnus Florian Weber auch am neuen Sportcampus der TUM, wo er davon erzählt, wie er und Peter sich im Grundstudium kennenlernten (Ronny Heine/DOK.fest München).

TUM Alumnus Florian Weber Sportfreunde Stiller, am TUM Campus im Olympiapark, Zentraler Hochschulsport München (ZHS) (Foto: Martina Bogdahn/TUM).
Diplom Sportwissenschaft 2001
Seit seinem zweiten Lebensjahr ist Florian Weber sportlich unterwegs und hat auch lange Zeit dem Sport den Vorrang vor der Musik gegeben. Nach dem Abitur in Schrobenhausen hat er an der TUM Sportwissenschaft auf Diplom studiert. Im dritten Semester lernte er dort auch Peter Brugger näher kennen, sie hörten dieselbe Musik und machten kurz darauf gemeinsam Musik. Aus einem ersten Konzert, das das einzige der Band Endkrass bleiben sollte, wurde die Band Sportfreunde Stiller und aus dem leidenschaftlichen Sportler ein ebenso passionierter Musiker.
Nebenbei ist der TUM Alumnus auch als Romanautor und bildender Künstler tätig. Er lebt mit seiner Familie in München und liebt es, mit Familie und Freunden viel und intensiv Zeit zu verbringen.


