Schauspieler Ferdinand Hofer
„Aus dem Studium habe ich für die Schauspielerei gelernt“

Schauspieler und TUM Alumnus Ferdinand Hofer ist neuer Kommissar im „München-Tatort“: Seit 2013 spielt er Assistent Kalli Hammermann, der nun zum Hauptkommissar aufsteigen darf. Die Folge TV-Krimireihe feiert seine Weltpremiere auf dem Filmfest München 2026 und wird im kommenden Jahr im Fernsehen ausgestrahlt (Bild: Luis Zeno Kuhn).
VON DER BWL-KLAUSUR AN DEN TATORT
Nach dem Abitur entschloss sich Ferdinand Hofer nach München an die TUM zu gehen und dort TUM-BWL zu studieren. Mit einem Freund hatte er zuvor schon Vorlesungen besucht, und ihm gefiel diese speziell an der TUM angebotene Kombination aus anspruchsvollem Betriebswirtschaftsstudium mit starken ingenieur- und naturwissenschaftlichen Bezügen.

Zusammen mit Carlo Ljubek bildet TUM Alumnus Ferdinand Hofer das neue Kommissar-Duo des Münchner "Tatort", das beim Filmfest München 2026 erstmals vorgestellt wurde (Bild: BR/Bavaria Fiction GmbH/Linda Gschwentner/FILMFEST MÜNCHEN).
Die TUM hat gesehen, dass ich mich außerhalb der Uni sinnvoll engagiere und hat diesen Unternehmergeist gefördert.
WECHSELSEITIGE BEREICHERUNG
Ferdinand Hofer mochte beide Bereiche. das Studieren und die Schauspielerei. Für ihn waren seine Rollen als Student einerseits und als Schauspieler andererseits eine gute Kombination, weil sie stets für ein abwechslungsreiches Kontrastprogramm sorgten. „Ich habe mich immer auf das Eine oder das Andere gefreut und konnte nie in ein Loch fallen, da zumindest einer der beiden Bereiche immer gut lief.“ Beide haben sich bei aller Verschiedenheit gut ergänzt: „Aus dem Studium habe ich für die Schauspielerei gelernt und umgekehrt.“
Gerade der TUM-BWL-Studiengang erfordere ein sehr hohes Maß an Disziplin, Eigenverantwortlichkeit, selbstständigem Lernen und strukturierter Herangehensweise. „Als Schauspieler helfen mir diese Fähigkeiten sehr bei der Vorbereitung auf meine Rollen, früher bin ich da manchmal chaotischer herangegangen.“ Auch kann er jetzt durch das im Studium gelernte betriebswirtschaftliche Wissen eine ganze Reihe von Entscheidungen beim Film, die dahinterstehenden wirtschaftlichen Zusammenhänge, ganz anders nachvollziehen. Und auch umgekehrt habe er durch seine Arbeit als Schauspieler nicht zuletzt ein großes Menschenverständnis gewonnen. „Als Schauspieler versetze ich mich in verschiedene Charaktere, im alltäglichen Leben wie im Studium wende ich das bewusst darauf an, welcher Typ Mensch vor mir steht und wie ich am besten mit ihm reden sollte.“
ÜBER DEN UMGANG MIT KRITIK
Dass ein solches behutsames Einfühlen in die andere Person von der Filmkritik nicht immer verfolgt wird, erlebt Ferdinand Hofer immer wieder, hat aber in den vergangenen Jahren gelernt, damit umgehen und auch persönliche Kritik nicht allzu stark an sich heranzulassen. Auch dabei hätten ihm sein Studium, die Arbeit in Projekten und der Blick in andere Bereiche sehr geholfen. „Als Schauspieler verkaufe ich eben kein Produkt, an dem ich eine Zeit lang gearbeitet habe, sondern mich als Person“, erklärt er. Deshalb sei er selbst auch der öffentlichen Kritik ausgesetzt, die oft nicht zwischen seiner Arbeit als Schauspieler und dem Privatmenschen unterscheidet: „Man kann immer Kritik an der Rolle üben, aber nicht am Menschen, der dahintersteht.“ Konstruktive Kritik hingegen nimmt er sich gern zu Herzen, denn an fachlichen Ratschlägen könne man nur wachsen.
In seinem Beruf als Schauspieler möchte er freilich auch weiterhin dazulernen, an der Uni war es dann aber genug. „Ich wollte nicht mehr lernen, sondern machen“, sagt Ferdinand Hofer, auch wenn er beim Uni-Abschluss ein wenig wehmütig war. „Die Unizeit war richtig cool und die freie Zeiteinteilung und Unterstützung durch die TUM werde ich wohl nicht bei jedem Arbeitgeber finden.“
Dem Münchner Tatort bleibt er erst einmal treu, auch wenn er weiterhin gerne Figuren in anderen Genres oder in Kinofilmen spielt. 2026 verabschieden sich die langjährigen „Tatort“-Kommissare Ivo Batic (gespielt von Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl), Kalli Hammermann darf übernehmen. Darauf freut sich Ferdinand Hofer: Die Figur weiterzuentwickeln und nun als Kommissar neue Fälle zu lösen.
Und wenn er einmal genug von der Schauspielerei habe, so sagt er zuversichtlich, mache das auch nichts: „Mit meinem Studium an der TUM habe ich mir ein solides zweites Standbein neben der Schauspielerei erarbeitet und damit ein gewisses Maß an Freiheit und Unabhängigkeit.“

Ferdinand Hofer und Carlo Ljubek bei der NDF Premiere von TATORT MÜNCHEN im Audimax in der HFF anlässlich des 43. FILMFEST MÜNCHEN am 26. Juni 2026 (Bild: Bojan Ritan/Filmfest München).

Ferdinand Hofer (Bild: Luis Zeno Kuhn)
Ferdinand Hofer
Bachelor Management & Technology (TUM-BWL) 2015, Master 2019
Ferdinand Hofer hat an der TUM Technologie- und Managementorientierter Betriebswirtschaftslehre (TUM-BWL) studiert, 2015 den Bachelor und 2019 den Master im selben Fach mit den Schwerpunkten Finance & Accounting und Maschinenwesen gemacht. 2018 war er als Erasmus-Student in Mailand an der Politecnico di Milano. Seit der Schulzeit am Gymnasium Miesbach hat Ferdinand Hofer seine vielen Interessen in Praktika in ganz unterschiedlichen Bereichen ausgelotet – vom Landschaftsbau über die Schreinerei bis hin zum Finanz- und Mediensektor.
Seine große Leidenschaft aber ist die Schauspielerei, die er nach seinem Studienabschluss hauptberuflich ausübt. Seine erste Rolle hatte er 2006 im Film „Schwere Jungs“ von Marcus H. Rosenmüller, seinen ersten größeren Part 2012 in „Dampfnudelblues“ und weiteren Filmen der Eberhofer-Krimireihe. Seit 2013 ist er Mitglied im „Tatort“-Ensemble München und demnächst auch als Kommissar zu erleben, wenn er zusammen mit Carlo Ljubek die Nachfolge des langjährigen Kommissar-Duos Leitmayr und Batic antritt.
Ferdinand Hofer ist außerdem ausgebildeter Rettungssanitäter und Skilehrer, er spielt Tennis, Beachvolleyball sowie Gitarre, Akkordeon und Posaune.


