Daniel Metzler gründete 2018 ein Startup, die kleine, preisgünstige Rakete entwickelt, mit denen Satelliten ins All befördert werden können. Im Bild ist er mit einem Modell eines Raketentriebwerks zu sehen.
28. Dez 2020  |  
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Daniel Metzler gründete 2018 ein Startup, die kleine, preisgünstige Rakete entwickelt, mit denen Satelliten ins All befördert werden können. Im Bild ist er mit einem Modell eines Raketentriebwerks zu sehen (Bild: Isar Aerospace)

Alumni gründen

Gründer Daniel Metzler

„Wir sind ein Weltraum-Taxiunternehmen“

TUM Alumnus Daniel Metzler macht den Weltraum leichter zugänglich. Er entwickelte eine kleine Rakete, mit der Kleinsatelliten kostengünstig in den Orbit transportiert werden können.
„Wir sind sozusagen ein Transportdienstleister“, sagt TUM Alumnus Daniel Metzler. „So wie ein Weltraum-Taxiunternehmen.“ Zusammen mit seinem Team entwickelte er eine kleine Trägerrakete, die Kleinsatelliten und Satellitenkonstellationen in den Weltraum befördert. „Dabei ist die Rakete dafür verantwortlich, die Satelliten auf knapp 28.000 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen, damit diese im Orbit bleiben“, erklärt Metzler. Das Besondere: Diese Trägerrakete ist kleiner und preiswerter als andere. Ein Plus, von dem alle profitieren können, glaubt Daniel Metzler.

EIN MEHRWERT FÜR ALLE

Dadurch, dass seine Rakete die Lasten günstiger in den Weltraum bringt, würden Satellitensysteme insgesamt erschwinglicher. Statt einzelner, teurer Projekte, können nun ganze Satelliten-Bataillone in den Weltraum gelangen. „Und haben einen Mehrwert für die gesamte Bevölkerung“, so Metzler. „Viele Menschen denken, bei Raumfahrt ginge es lediglich um die Exploration von Mond und Mars. Dabei geht es in erster Linie darum, das Leben auf der Erde besser zu machen.“

Ohne Satelliten wüssten wir nicht, dass der Meeresspiegel ansteigt. 

Daniel Metzler

Satelliten spielen in vielen Bereichen eine große Rolle: Bei der Nutzung von GPS und Galileo, Internet über Satellit, Daten zur Bestimmung von Klimaschutzmaßnahmen oder zur Ernte von Getreidefeldern. „Ohne Satelliten wüssten wir nicht, dass der Meeresspiegel jährlich ein kleines bisschen ansteigt“, erklärt Daniel Metzler.

Schon früh zeigten Industrie und die europäische Weltraumorganisation (ESA) Interesse an dieser neuen Rakete: „Noch vor Firmengründung wurden wir in das Business Incubation Center der Europäischen Weltraumbehörde ESA aufgenommen“, erinnert sich Metzler. Ein erstes eigenes Büro sowie die Förderung ihrer Arbeit wurden den Raketen-Entwicklern hier zur Verfügung gestellt. So konnten sie erste Prototypen von Triebwerkskomponenten fertigen und testen.

MIT UNTERSTÜTZUNG DER TUM

2018 gründete Daniel Metzler zusammen mit Josef Fleischmann und Markus Brandl das Startup Isar Aerospace. Bei der Gründung wie auch beim Werdegang des Unternehmens spielte die TUM eine tragende Rolle. Dass etwa Anfragen aus der Industrie kamen, um ihr Interesse am Kauf der Raketentriebwerke zu bekunden, sei nicht zuletzt dem guten Ruf der TUM zu verdanken, glaubt Metzler: „Denn wer würde sonst von Studenten Raketentriebwerke kaufen wollen?“ Das Startup profitierte neben dem reichen Netzwerk der UnternehmerTUM in Industrie und Politik zudem von deren Risikokapitalpartnern, die in Metzlers Idee investierten.

DIE ANFÄNGE

Bereits im Rahmen seiner Studienarbeit bei Professor Mirko Hornung bekam Metzler die Möglichkeit, mit zwei Kommilitonen an der NASA/DLR Aircraft Design Challenge mitzumachen und gewann. „Wir durften unser Flugzeugkonzept letztlich bei NASA präsentieren, was sicherlich ein einzigartiges Erlebnis in meiner studentischen Zeit war.“ Zwischen 2016 und 2018 nahm er an der studentischen Gruppe WARR (Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt) teil, wo er seine beiden Mitgründer sowie das Kernteam von Isar Aerospace kennenlernte. 2017 entstanden aus dieser Arbeitsgruppe heraus die ersten Ideen für eine Technologie-Ausgründung an der TUM im Raketentechnik-Bereich.  „Ohne das richtige Setting wäre das alles nicht so zustande gekommen, wie es heute ist“, meint Metzler. Heute zählt das Team von Isar Aerospace über 100 Talente. Kürzlich eröffneten die Gründer ihre neuen Produktionshallen in Ottobrunn, in unmittelbarer Nachbarschaft zu anderen Luft- und Raumfahrtstartups sowie etablierten Unternehmen.

Gründer Daniel Metzer (rechts) bei der Eröffnung der neue Produktionshallen des Startups Isar Aerospace in Ottobrunn im Beisein des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder

Gründer Daniel Metzer (rechts) bei der Eröffnung der neue Produktionshallen des Startups Isar Aerospace in Ottobrunn im Beisein des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (Bild: Isar Aerospace)

TUM Alumnus Daniel Metzler

Daniel Metzler (Bild: Isar Aerospace)

Daniel Metzler

Master Luft- und Raumfahrt 2019

TUM Alumnus Daniel Metzler ist gebürtiger Österreicher. In Wien schloss er an der Technischen Universität sein Bachelorstudium in Maschinenbau ab, für den Masterstudiengang Luft- und Raumfahrttechnik kam er im Jahr 2016 an die TUM. Hier leitete er zwischen 2016 und 2018 ein 40-köpfiges Team an der studentischen Arbeitsgruppe WARR (Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt) und entwickelte zusammen mit seinen Kommilitonen eine Höhenforschungsrakete.

Daniel Metzler und seine Mitstreiter wurden in das Business Incubation Center der Europäischen Weltraumbehörde ESA aufgenommen. Hier konnten sie erste Prototypen von Triebwerkskomponenten fertigen und testen und in Folge dessen erste Investoren gewinnen. 2018 entschieden sich Josef Fleischmann (Bachelor Maschinenwesen 2013, Master 2017), Markus Brandl (Bachelor Maschinenwesen 2016, Master Luft und Raumfahrt 2019) und Daniel Metzler ihr Startup Isar Aerospace zu gründen.

Die Gründer nahmen am Programm „Xpreneurs“ der UnternehmerTUM teil, ihre ersten Triebwerkskomponenten entstanden in der High-Tech-Werkstatt MakerSpace in Garching. Kürzlich eröffneten sie feierlich und unter Teilnahme von Ministerpräsident Markus Söder und TUM-Präsident Thomas F. Hofmann ihre Produktionshallen in Ottobrunn.