
TUM Alumna Carola Fuchs
Ich habe an der TUM wissenschaftliches Arbeiten lieben gelernt.
In einem kleinen Raum am Lehrstuhl für Verfahrenstechnik arbeitete sie während des Studiums als wissenschaftliche Hilfskraft und erkannte, dass Forschung etwas ist, das ihr gefällt: „Ich habe an der TUM wissenschaftliches Arbeiten lieben gelernt“, sagt Carola Fuchs: Literatur recherchieren, Versuche durchführen, Daten auswerten, Thesen entwickeln, alles Fähigkeiten, die für ihren weiteren Karriereweg essenziell waren.
Von der Abwasserreinigung zur digitalen Gesundheitsbranche
Nach ihrer Promotion baute Carola Fuchs bei einem Biotech-Start-up in München das Fermentationslabor auf, anschließend entwickelte sie für das Pharma-Unternehmen Sanofi Insulin-Pens. Zu PARI kam sie damals, um Projekte zur Entwicklung von Inhalationsgeräten zu leiten. „Die Konstanz in meinem Leben ist die Innovation“, sagt die TUM Alumna. „Ich begeistere mich für alles, was neu ist.“
In der Gesundheitsbranche hieß das damals: Telemonitoring und Digitalisierung. Carola Fuchs gründete die Abteilung E-Health bei PARI und entwickelt seitdem digitale Services für lungenkranke Patientinnen und Patienten weltweit. Ihr Team konnte sie sich selbst zusammenstellen, mittlerweile arbeitet sie bei PARI mit mehr Frauen als Männern zusammen. Lange Zeit war es umgekehrt.
Zwischen Gegenwind und Selbstvertrauen
In ihrer Schulklasse auf einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium war Carola Fuchs eines von drei Mädchen, im Studium waren es prozentual gesehen noch viel weniger und in ihrer Karriere setzte sich diese Verteilung fort. Manchmal kamen von Vorgesetzen Sprüche wie: „Mit Frauen habe ich bisher keine guten Erfahrungen gemacht”, in einem Vorstellungsgespräch wurde sie einmal gefragt, ob sie denn nicht lieber zuhause bei den Kindern bleiben wolle. „Ich fand das eine Frechheit“, sagt Carola Fuchs heute. Aufhören kam für sie trotzdem nie in Frage, dafür fand sie ihre Arbeit immer zu aufregend, zu bereichernd und begeisternd. „Mit jedem Berufsjahr steigt außerdem das Selbstbewusstsein“, sagt sie. „Weil man sich etabliert und Erfahrungen vorweisen kann, die einen sehr wertvoll machen.“
Und mittlerweile, so die TUM Alumna, sehe die Arbeitswelt zum Glück anders aus. In punkto Vereinbarkeit von Familie und Beruf rät Carola Fuchs aber nach wie vor dazu, die Kinderbetreuung partnerschaftlich wirklich fair aufzuteilen: „Dann ist es auch möglich mit beiden Rollen glücklich zu werden.” Ihr hätte die Doppelrolle damals sogar einen Vorteil verschafft. „Weil ich wusste, ich habe außerhalb der Arbeit auch noch ein zweites Leben.” Ihre Kinder halfen ihr dabei abzuschalten, den Arbeitsstress hinter sich zu lassen, nahmen das Tempo raus. „Eine sehr hilfreiche Kombi“, erinnert sich die TUM Alumna.

Dr. Carola Fuchs leitet seit 2017 die Abteilung E-Health Solutions bei Pari in Starnberg (Bild: Manu Theobald).
Ich habe oft schöne Momente, die mir zeigen, dass meine Arbeit sinnvoll ist.
Das gleiche Gefühl wünscht Carola Fuchs sich auch für die Studierenden an der TUM. Am Anfang sei es gar nicht so wichtig, schon ganz konkret zu wissen, wo es beruflich hingehen soll. Man könne sich auch erstmal in die Breite entwickeln und herausfinden, was einen wirklich begeistert, jede Erfahrung zählt. „Es finden sich immer Wege und die dürfen gerne auch mal ungewöhnlich sein“, sagt Carola Fuchs. Man kann zum Beispiel in der Kanalisation starten und in der Gesundheitsbranche ankommen.

Carola Fuchs (Bild: Manu Theobald).
Diplom Maschinenwesen 1997
Nach ihrem Maschinenbau-Studium an der TUM promovierte Carola Fuchs im Bereich Biotechnologie an der Technischen Hochschule Hamburg-Harburg. Danach kehrte sie nach München zurück und übernahm beim Biotech-Start-up Anbics Laboratories die Leitung der Fermentationsabteilung.
Es folgten zwei Jahre in Frankfurt, wo sie bei Sanofi-Aventis die Weiterentwicklung von Insulin-Pens vorantrieb. Seit 2006 ist die TUM Alumna bei PARI in Starnberg tätig. Dort verantwortet sie seit 2017 den Bereich E-Health als Senior Director und entwickelt digitale Gesundheitslösungen.


