TUM Alumna Verena Schechner mit einer Mitarbeiterin der noax Technologies AG

TUM Alumna Verena Schechner legt als CEO in Ihrem Technologieunternehmen viel Wert auf Diversität und Gleichstellung. Die Hälfte der Belegschaft machen Frauen aus (Copyright: noax, Fotograf: die marketingarchitekten).

Alumni in Führung
Technologie-Vorständin Verena Schechner
„Erfolg macht Spaß“
23. Juni 2026
Lesezeit ca. Min.
Von der Maschinenbau-Ingenieurin zur Technologie-Vorständin: TUM Alumna Verena Schechner fand als Ingenieurin den Weg ins Top-Management eines Technologieunternehmens und gestaltet als Frau in einer Führungsposition die Zukunft industrieller Digitalisierung und Automatisierung mit.
Bereits als Kind baute Verena Schechner gerne Geräte auseinander und war daran interessiert, wie sie funktionieren. Das Studium in Maschinenwesen an der TUM war genau das Richtige für sie. Ihre Studienzeit hat sie als sehr positiv und abwechslungsreich in Erinnerung.

Verena Schechner nutzte die breitgefächerten Seminare und Workshops voll aus, nahm am TUM Mentoring- und am fachübergreifen Manage and More-Programm der UnternehmerTUM teil, verbrachte Auslandssemester und absolvierte mehrere Praktika. „In meiner Studienzeit war es für mich sehr wichtig, Einblicke in verschiedenste Bereiche und Kulturen zu erhalten, um möglichst viele Erfahrungen zu sammeln und unterschiedliche Herangehensweisen kennenzulernen“, sagt sie. „Mit ihrem breiten Angebot an Zusatzseminaren und Unternehmenskooperationen machte die TUM dies möglich.“

Freie Entscheidungsfindung

Von Kindesbeinen an war Verena Schechner in das Unternehmerleben ihrer Eltern eingebunden. Oft begleitete sie diese an den Wochenenden in das Familienunternehmen, die noax Technologies AG in Ebersberg bei München. Noax gehört zu den führenden Herstellern von robusten Industrierechnern und entwickelt digitale Lösungen für die vernetzte Produktion. Später als Jugendliche half Verena Schechner aktiv im Familienunternehmen mit, sei es bei Vorbereitungen für Marketingaktionen, Vertretungen und während diverser Ferienjobs.

Doch ihre Eltern legten großen Wert darauf, dass Verena Schechner in ihrer Berufswahl völlig frei war und sich nicht gezwungen fühlte, das Familienunternehmen weiterführen zu müssen. Nach ihrem Studienabschluss entschied sie sich zunächst für eine Tätigkeit in der Unternehmensberatung. „Ich wollte weiterhin Neues dazuzulernen und mich in einem professionellen und ehrgeizigen Umfeld weiterentwickeln“, sagt sie.

Geborene Unternehmerin

Im Laufe ihrer ersten Berufsjahre begann sich Verena Schechner zunehmend mit der Zukunft des Familienunternehmens zu beschäftigen. 2009 stieg sie in das Unternehmen ein und schon ein Jahr später war sie dessen CEO. Ausgerechnet in der Zeit einer globalen Wirtschaftskrise war das für Verena Schechner eine herausfordernde Aufgabe. Von einem Tag auf den anderen musste sie sich mit den damit einhergehenden Problemen, Kostenersparnis, klarer Priorisierung, globalen Lieferketten, Materialmangel, Alternativen zu den gängigen Halbleitern beschäftigen und dabei weiterhin kontinuierlich innovative Lösungen liefern, die nicht nur zuverlässig, sondern auch zukunftssicher sind.

Doch schnell stellte sich heraus, dass Verena Schechner die geborene Unternehmerin war. Trotz der zahlreichen Herausforderungen machten ihr ihre Aufgaben von Anfang an viel Spaß. „Diese anspruchsvolle Zeit war für meine spätere Karriere sehr wichtig und prägend, da ich von Anfang an lernte, dass nicht nur konsequentes Entscheiden wichtig ist, sondern insbesondere die Umsetzung und deren Kommunikation“, so Schechner. „Besonders schön an meinem Job sind gerade die vielen verschiedenen Themen, mit denen ich mich beschäftigen darf, und die Gestaltungsmöglichkeiten. Letztere empfinde ich als ein großes Privileg, das natürlich auch eine große Verantwortung mit sich bringt.“

TUM Alumna Verena Schechner

Bild: Copyright: noax, Fotograf: die marketingarchitekten

Vertrauensvorschuss und Know-how

Ihre Eltern waren in den Anfangsjahren für Verena Schechner eine große Unterstützung. Sie hielten sich aus dem operativen Geschäft heraus und schenkten ihrer Tochter ihr volles Vertrauen. „Das half mir sehr dabei, die nicht immer nur einfachen Zeiten erfolgreich zu meistern“, sagt sie. „Es half mir auch, mit der großen Verantwortung, die ich plötzlich für das Unternehmen und unsere 60 Mitarbeitenden trug, umgehen zu lernen.“

Heute prägt Verena Schechner als Vorständin von noax Technologies souverän die Ausrichtung ihres Unternehmens und gestaltet damit die Schnittstelle zwischen klassischem Maschinenbau und moderner Industrie 4.0 – einem Bereich, der für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft entscheidend ist. Sie steht für die Innovationskraft und Führungsstärke, die aus einer fundierten Ausbildung an der TUM erwächst.

Ihr Studium vermittelte ihr nicht nur technisches Know-how, sondern auch die Fähigkeit, komplexe Systeme zu verstehen und strategisch weiterzuentwickeln. „Die Freude an Technik und daran, etwas zu bewegen, das Streben nach Exzellenz sowie das methodische Vorgehen, das in den diversen Vorlesungen und in den Studienarbeiten gelehrt und geübt wurde, begleiten mich bis heute“, so Verena Schechner. Besonders positiv erinnert sie sich an die Vorlesung „Methoden der Unternehmensführung“ bei TUM-Professor Dr. Joachim Milberg. „Obwohl die Vorlesung Freitagvormittag stattfand und über drei Stunden ging, war der Saal voll besetzt, da der Praxisbezug so spannend und interessant war.“

Diversität ist normal

Verena Schechner gehört zu den Frauen, die in einer traditionell männlich geprägten Branche Führungsverantwortung übernehmen. Sie zeigt, wie Diversität und technologische Kompetenz zusammenwirken, um Innovation und nachhaltigen Wandel voranzutreiben. Diversität ist bei noax normal, sowohl hinsichtlich Geschlecht als auch Alter. Die Belegschaft setzt sich je zur Hälfte aus Männern und Frauen zusammen. „Jeder Mensch bringt einen eigenen Charakter mit. Das Schöne im Alltag ist die Vielfalt“, sagt sie. „Mit Toleranz und Offenheit kann jeder von jedem lernen. Ich sehe unsere Vielfältigkeit als unserer Stärke und nutze sie.“

Egal was ihr tut, macht es mit vollem Herzen. Nur so kann man erfolgreich sein.

Verena Schechner

Jungen Frauen, die selbst eine Führungsrolle anstreben, möchte Verena Schechner gerne eine Botschaft mit auf den Weg geben: „Sucht die Gelegenheiten und ergreift sie ohne langes Nachdenken“, so sagt sie. „Egal was ihr tut, macht es mit vollem Herzen. Nur so kann man erfolgreich sein – und Erfolg macht Spaß.“
TUM Alumna Verena Schechner.

Verena Schechner (Bild: Privat).

Verena Schechner

Diplom Maschinenwesen 2007

 

2007 schloss Verena Schechner ihr Studium in Maschinenwesen an der TUM ab. Ihr erster Job führte sie als Associate zur The Boston Consulting Group in München. 2009 stieg sie in das Familienunternehmen noax Technologies AG in Ebersberg bei München ein, seit 2010 ist sie CEO. Die Industrierechner von noax gewannen verschiedene Designpreise, darunter den Red Dot Design Award.

Verena Schechner ist mit Herz und Seele Geschäftsfrau. Sie blieb bis kurz vor der Geburt ihrer beiden Töchter beruflich aktiv und war wenige Wochen später, anfangs mit ihren Babys, wieder im Büro. Doch ihre Freizeit gehört ganz der Familie.